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Oberhalb des Zusammenflusses von Lahn und Rhein befindet sich die Burg Lahneck über dem Ort Lahnstein auf einem vorspringenden Felsen. Die Burg Lahneck bei Lahnstein mit ihrem fast 30 Meter hohen Turm ist an zwei Seiten von bewaldeten Berghängen umgeben und bietet ein bedeutendes Zeugnis der Rheinromantik: Die Verbindung von mittelalterlicher Wehranlage, Ausbau in englischer Neugotik und einer wertvollen Einrichtung. Der Mainzer Erzbischof Siegfried III. von Eppstein errichtete von 1240 bis 1245 die Burg Lahnstein zur Sicherung seines Besitzes und seiner Grenzen. Zu seinem Besitz gehörte unter anderem das Silberbergwerk Tiefenthal bei Lahnstein. Die Nutzung dieses Silberbergwerks stand den Mainzer Bischöfen seit 1220 zu. Im Gegensatz zu den meisten Rheinburgen wurde die Burg Lahneck nicht zur Ausübung des Zollrechts bestimmt, da sie dafür zu weit vom Rhein entfernt lag. Die Burg Lahnstein wurde damals unter dem Namen Loynecke oder Logenecke erbaut. Im Jahre 1245 wird die Burg vom damaligen Erzbischof erstmals urkundlich erwähnt. Als Burgmannen wurden Angehörige bedeutender Grafen- und Rittergeschlechter der Umgebung benannt, unter anderem die Grafen von Sayn, Katzenelnbogen und Wied, die Ritter von Lahnstein etc. Durch Lehensverträge wurden sie zur Obhut der Burg verpflichtet. Im Jahre 1332 wurde die angrenzende St.-Ulrichs-Kapelle erbaut, die sehenswert und heute zu besichtigen ist. 1464 wurde die Burg Lahneck nach Beendigung der Mainzer Bistumsfehde ohne Belagerung eingenommen. Dieter von Isenburg, im Streit mit Adolf von Nassau um die Herrschaft im Mainzer Erzbistum ließ auf dem fünfseitigen Bergfried einen zusätzlichen Mauerring, neue Türme und einen zusätzlichen Burggraben um die Burg erbauen. Dadurch vergrößerte sich das Areal der Burg wesentlich. Mitte des 16. Jahrhunderts zog der Mainzer Amtmann in die Stadt Lahnstein. Die fast verlassene Burg behüteten nur noch ein niederer Beamter als Burggraf und zwei Wächter. Im dreißigjährigen Krieg wurde die Burg im Jahre 1632 stark beschädigt, ein Jahr später, im Jahre 1633, wurde sie von den Schweden und kaiserlichen Truppen besetzt und stark zerstört. Von diesem Zeitpunkt an war die Burg unbewohnt. Auf kurfürstlichen Befehl wurde an dem Wiederaufbau und der Erhaltung der Burg nicht gearbeitet, die Burg Lahneck endete schließlich als Ruine. Im Jahre 1774, bei einem Besuch von Goethe auf der Burg Lahneck, ließ ihn der romantische Anblick der Burg Lahneck zu dem oben genannten Gedicht "Geistesgruß" inspirieren. Bis ins 18. Jahrhundert diente die Ruine Lahneck lediglich als Steinbruch. Im Jahre 1803 gelangte die Burg in den Besitz des Fürstentum Nassau, nachdem das Kurfürstentum Mainz aufgehoben wurde. Nach über 50 Jahren, 1854, wurde erst die Ruine Lahneck durch den Direktor der rechtsrheinischen Eisenbahngesellschaft, der Engländer Morarty, der die Burg erworben hatte, im Stil der Neugotik teilweise wieder aufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Burg Lahneck mehrmals den Besitzer. In den 60er Jahren führte Gustav Göde den Wiederaufbau fort, 1880 ging die Burg in den Besitz des preußischen Kammerherrn und Zeremonienmeister Graf Ewald von Kleist-Tycho, 1893 in den Besitz des Magdeburger Fabrikant Hauswald, schließlich im Jahre 1909 in den Besitz des Admiral Robert Mischke, durch den im Jahre 1937 eine grundlegende Restaurierung durchgeführt wurde. Seit 1907 ist die Burg Lahneck im Familienbesitz des Admirals Mischke, beziehungsweise der Erbengemeinschaft Mischke/Freiherren von Preußen. Bei einem Besuch der Burg Lahneck gelangt man zuerst in den sogenannten Halsgraben der Burg. Über dem Halsgraben ragt die gewaltige äußere Ringmauer mit den drei runden Mauertürmen, empor. Das Wappen des früheren Burgherren Diether von Isenburg ist über dem Spitzbogen-Tor zu ersehen, inzwischen jedoch durch viele Jahre Witterung gezeichnet. Die seit 1928 eingerichtete Burggaststätte befindet sich angrenzend an das spätgotische Tor auf der Rheinseite. Durch einen Torturm auf der Rheinseite gelangt man dort in das eigentliche Burggelände. Die Kernburg selbst befindet sich hinter dem zweiten, inneren Burggraben. Parallel zu der mit Rundtürmen versehenen Schildmauer befindet sich der Wohnbau. Dieser wurde erst im 19. Jahrhundert auf den alten Grundmauern neu errichtet, über sein ursprüngliches Aussehen ist wegen einstiger kompletter Zerstörung nichts bekannt. In den Obergeschossen des Wohnbaus befinden sich Wohnungen, in den Untergeschossen die Burgküche, die Burgkapelle mit ihrer gotischen Glasmalerei, der Rittersaal und die Ausstellungsräume mit sehenswerten Ausstellungsstücken. Die heute vorhandene Einrichtung wurde überwiegend aus altem Kulturbesitz erworben, die eigentliche Ausstattung der Burg ist aufgrund der Zerstörungen und Plünderungen kaum noch vorhanden. Der Verputz der Burg Lahneck zeigt heute noch teilweise den Original-Anstrich aus der mittelalterlichen und gotischen Zeit. Der Bergfried der Burg Lahneck bietet eine herrliche Aussicht auf die Stadt Lahnstein und die Rheinlandschaft (Novelle von Wilhelm Schäfer Das fremde Fräulein). Auf der Burg Lahneck finden jedes Jahr in den Monaten August und September Burgfestspiele statt. An jedem 3. Samstag im September zieht das Kulturfest Lahneck Live viele Besucher an.
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