Mäuseturm bei Bingen an Rhein und Nahe, Mittelrhein, Tal der Loreley Binger Sage Schiffahrt Flaggen Sagen Burgen Schlösser Festungen Ruinen Rheinburgen Rheintal Rheinland-Pfalz Deutschland Burg Schloß Festung Ruine Hotel Hotels castle castles |
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16 Burgen auf der linken Rheinseite zwischen Bingen und Koblenz Mäuseturm bei Bingen an Mittelrhein und Nahe Burg Klopp bei Bingen an Mittelrhein und Nahe Burg Rheinstein gegenüber von Assmannshausen, bei Trechtingshausen am Mittelrhein Burg Reichenstein bei Trechtingshausen Burg Sooneck bei Niederheimbach Heimburg bei Niederheimbach Ruine Fürstenberg bei Rheindiebach Ruine Stahlberg bei Bacharach-Steeg Festung Rheinfels bei St. Goar Kurtrierische Burg und Museum in Boppard Königstuhl / Königsstuhl bei Rhens Kurfürstliches Schloß in Koblenz an Mittelrhein und Mosel 14 Burgen auf der rechten Rheinseite zwischen Rüdesheim und Lahnstein |
Auf einer Felseninsel im Rhein bei Bingen-Bingerbrück liegt der ehemalige Wartturm (Wacht- und Zollturm) Mäuseturm (dessen Name "Maeuseturm" sich von "Maut" (= Zoll) ableitet) oder einst auch Hattos Turm genannt. Viele Legenden birgt dieses alte Gemäuer, unter anderem die Sage des Mäuseturms. Auch ist die außergewöhnliche Lage des Turms an einer recht gefährlichen Stelle im Rhein, in der Nähe des Binger Lochs zu erwähnen. Man behauptete, daß hier einst Fahrzeuge vom Rhein verschlungen wurden, die in der Nähe von St. Goar wieder zum Vorschein kämen. Die gefährlichen Felsen, die die Durchquerung des Rheins so gefährlich machten, sind heute überwiegend gesprengt, um die Schiffahrt zu erleichtern. Der Mäuseturm ist durch eine Sage sehr bekannt geworden. Die Sage beruht auf den durch Hartherzigkeit berüchtigten Erbauer des Mäuseturms, der Mainzer Erzbischof Hatto II. (Erzbischof ab 968, 18. Jan. 970) und einer damaligen Hungersnot im Land. Er soll während der Zeit einer Mißernte alles Getreide in seine Scheunen geschafft und nichts an die hungernden Landsleute abgegeben haben. Als das Betteln der Landsleute aufgrund der großen Hungersnot immer schlimmer geworden ist, hat er grausamerweise eine Schar hungriger Bettler in die Scheunen eingeschlossen und diese dann angezündet, wodurch die Bettler elendig darin verbrannten. Tausende von Mäusen seien daraufhin aus der brennenden Scheune geflohen und in die Gemächer des grausamen Erzbischofes gelaufen und diesen anzufallen. Der erschrockene Erzbischof flüchtete in seinen Turm, um Sicherheit zu suchen, doch die Mäuse folgten ihm auch dort hin. Die Scharen der Mäuse fielen über ihn her und bissen auf ihn ein, bis er eines qualvollen Todes starb. Schon die Römer bauten damals eine kleine Befestigungsanlage auf der Rheininsel, wo später einmal der Mäusturm entstehen sollte. Die Anlage verfiel jedoch, bis Hatto II. zum Erzbischof von Mainz ernannt wird und sich der verfallenen Anlage widmete. Er baute sich einen wohnlichen Turm und nutzte ihn gelegentlich als sicheren Sitz. Hatto II. starb in Bingen auf seinem Turm, nachdem er laut der Sage von Scharen von Mäusen angefallen und tot gebissen wurde. Von dieser Zeit stammt der Name Mäuseturm. Die Mainzer Erzbischöfe ließen den heute noch bestehenden, in seiner Substanz erhaltenen, großen Turm im 13. Jahrhundert errichten und bauten ihn im 14. Jahrhundert aus. Der Mäuseturm diente den Mainzer Erzbischöfen in Verbindung mit der Burg Ehrenfels am Rüdesheimer Rheinufer zur Ausübung des Rheinzolls. Die Einnahme dieses Zolls war einer der wichtigsten Einnahmequellen des Mainzer Erzbistums. Als Ruine endet der Mäuseturm schließlich nach seiner Zerstörung im 17. Jahrhundert, vermutlich im Jahre 1689. Zwischen 1855 und 1858 wurde der Mäuseturm durch das preußische Königshaus im neugotischen Stil wiederhergestellt und als erste feste Warschaustation der Gebirgsstrecke, einer Signalstation für die Schiffahrt, eingerichtet. Der Mäuseturm gewährleistete fortan als Warschaustation den reibungslosen Verkehrsablauf in dem gefährlichen Engpaß des Binger Lochs für die Schiffahrt am Rhein. Mit Flaggen, farbigen Bällen (Körben) und Drehtafeln wurden Zeichen an Schiffe bei gefahrbringenden Verkehrssituationen gegeben, da vom Schiff aus die Stromstrecken des Rheins nicht immer genau wahrgenommen werden konnten. Auch der Zusammenstoß von Schiffen aufgrund des unübersehbaren Engpasses wurde durch die errichtete Warschaustation im Mäuseturm vermieden. Im Jahre 1961 wurden erstmals am Mäuseturm Lichttagessignale versuchsweise aufgestellt. Über zehn Jahre wurden diese Lichtsignale erprobt und getestet, bis schließlich ab 1970 alle Warschaustationen am Mittelrhein auf Lichttagessignale umgestellt wurden. Bis 1974 diente der Mäuseturm an der gefährlichen Engstelle des Rheins, dem Binger Loch als Signalstation, bis dort durch die Rheinvertiefung schließlich ab 5. September 1974 die 120 Meter breite Fahrrinne vorhanden war und somit die Signalstation auf dem Mäuseturm überflüssig wurde. Der Mäuseturm ist nicht zu besichtigen. 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