Burg Reichenstein bei Trechtingshausen, Mittelrhein, Tal der Loreley Sooneck Rittermahl Ritteressen, Rittertafel, Ideen, Rhein Pfalz Ritter Hotel Burgen Schlösser Festungen Ruinen Rheinburgen Rheintal Rheinland-Pfalz Deutschland Schloß Festung Ruine Hotel Hotels castle castles |
Burg Reichenstein, auch Falkenburg genannt, thront oberhalb von Trechtingshausen auf einem vorspringenden Felsstück. Die große Burganlage ist ein wertvolles Beispiel für den Wiederaufbau von Burgen in neugotischem Stil. Nicht weit von der Burg Reichenstein liegt die Burg Sooneck, die Ritter beider Burgen betrieben im Mittelalter mit gewalttätigen Vorgehensweisen das Raubrittertum. Die Burg Reichenstein wurde vermutlich im 11. Jahrhundert gegründet und zählt damit mit zu den ältesten Burganlagen im Rheintal. Urkundlich wird sie erstmals in den Urkunden des Klosters Kornelimünster im Jahre 1213 erwähnt. Die Einschätzung des Entstehungsalters der Burg Reichenstein beruht auf das heute noch an der Außenmauer wachsende Efeu, dessen Alter nach wissenschaftlichen Untersuchungen auf 1000 Jahre geschätzt wird.
Die Burg Reichenstein wurde zur Ausübung des Zollrechts und zur Verteidigung gegen Grenzübergriffe erbaut. Insassen waren die Ritter von Waldeck. Die Verwaltung lag ab dem Jahr 1213 in den Händen von Gerhard von Rheinbod, er war als einer der gewalttätigsten Raubritter des Mittelalters bekannt. Er raubte und plünderte alle vorbeiziehenden Landsleute aus und scheute auch vor Ermordung nicht zurück. Als man mit der Androhung kriegerischer Handlungen gegen Gerhard von Rheinbod vorging und er keinen Ausweg fand, um diesen Angriffen entgehen zu können, übergab er die Burg Reichenstein und wurde sogleich von ihr vertrieben. Nachfolger wurde im Jahr 1214 der Ritter Philipp von Bolanden. Er legte noch im gleichen Jahr den Schwur ab, die Räuberei seines Vorgängers nicht weiter zu betreiben, und es kehrte vorläufig auf Burg Reichenstein Ruhe ein. Durch Erbfolge gelangte die Burg Reichenstein schließlich im Jahre 1241 in den Besitz von Philipp von Hohenfels. Doch auch er nutzte die Burg zur Ausübung der Räuberei in übelster Weise. Um diesem Tun auf ewig ein Ende zu setzen, belagerte ein Heer der Städtebünde unter Zustimmung des Erzstiftes Mainz im Namen des Abtes von Kornelimünster die Raubritterburg Reichenstein und zerstörte sie. Unter Vortäuschung der Niederlegung seines Raubritterdaseins erweiterte Philipp von Hohenfels die Burg Reichenstein mit dickeren Verteidigungsmauern und weiteren Bauten und lebte sein Dasein als Raubritter weiter aus. Er verstarb schließlich im Jahre 1277 und sein Erbnachfolger, sein dritter Sohn Dietrich von Hohenfels, übte noch gewalttätiger und brutaler die Handlungen seines Vaters aus. Mit der Krönung Rudolf von Habsburgs zum König ließ dieser die Raubritter der Burg aushungern, bis sie sich ergaben. Unter König Rudolf von Habsburg wurden die Burg Reichenstein schließlich niedergebrannt und die Raubritter der Burg Reichenstein und der Burg Sooneck hingerichtet. Dietrich von Reichenstein verkaufte daraufhin die Burg an den Pfalzgrafen Ludwig von Strengen, Herzog von Bayern und Schwiegersohn von König Rudolf von Habsburg. Er setzte die Burg Reichenstein zur Machtausübung und bei dem Kampf um die kaiserliche Krone ein. Erst die Söhne des Pfalzgrafen Ludwig ließen die beiden Burgen, trotz auferlegtem Wiederaufbauverbots des Erzbistums Mainz, wieder aufbauen. Im Jahre 1344 ging die Burg Reichenstein nach einer Entscheidung des Kaisers Ludwig IV. endlich wieder in den Besitz des Erzbistums Mainz. Nach einigen Auseinandersetzungen wurde die Burg im Jahre 1361 Besitz des Domkapitels und diente ab diesem Zeitpunkt ausschließlich als Wohnburg. Als Festung wurde die Burg Reichenstein bald unbedeutend, da sie den modernen Entwicklungen der Verteidigungsanlagen nicht mithalten konnte. Dadurch wurde sie militärisch uninteressant. Nach dem Aussterben des Geschlechts derer von Reichenstein geriet die Burg in starken Verfall. Erst drei Jahrhunderte später kaufte der General von Barfus die Ruine Reichenstein und baute den einzig erhaltenen Turm als Wohnung aus. Jahre später, im Besitz von Dr. Nicolaus Kirsch-Puricelli, wurde die stark verfallene Ruine nach alten Plänen im Jahre 1899 großzügig wiederhergestellt. Bis 1936 nutzte er die Burganlage als Wohnanlage für sich und seine Familie. Sein Sohn errichtete später in der Burg das Museum. Beachtenswert sind die acht Meter dicke Schildmauer der ursprünglichen Anlage und die Innenräume mit wertvollen Möbeln und Sammlungen. Die Burg Reichenstein bei Trechtingshausen beherbergt die größte Taken- und Ofenplatten-Sammlung in Rheinland-Pfalz, 1200 Jagdtrophäen aus vier Kontinenten, Waffen, Rüstungen, Porzellan und Möbel des 16. bis 19. Jahrhunderts. 2011 / 2012: 23 Anbieter für Rittermahl Ritteressen Rheinland-Pfalz RLP in 15 Kreisen Öffnungszeiten Museum: Anfahrt: Mit dem Auto: Über die A 61, Abfahrt Bingen zur B 9. Pkw-Parkplätze sind vor der Burg vorhanden Mit dem Zug: Linksrheinische Station Trechtingshausen. Fußweg von Trechtingshausen ca. 10 Minuten, Fußweg
vom Schiffsanleger der
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